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Presse-Archiv 2006

Der Obersteirer  - 14. 12. 2006

Rund um den Hund in der Volksschule Pischk (7. 12. 2006)

Beim Schulprojekt „Rund um den Hund“ dreht sich alles um die vierbeinigen „Hilfslehrer“, die „haariges Vergnügen“ verbreiten. Auch die vier Klassen der Volksschule Pischk durften sich über den Besuch vierer Therapiehunde und deren Besitzer von IEMT freuen.

Bericht

MEMA TV - 6. 12. 2006

Bastian zu Gast bei MEMA TV (6. 12. 2006)

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Kleine Zeitung online - 5. 12. 2006

Freunde muss man verstehen wollen

Kinder und Hunde könnten die besten Freunde sein. Aber immer wieder werden Kinder von Hunden gebissen. Wie sich beide verstehen können, zeigt Schulhund Bastian.

Schulhund Bastian wartet geduldig
auf seinen Auftritt.

Bastian hat die Ruhe weg. Der viereinhalbjährige Golden-Retriever-Rüde ist mit seinem Herrchen Alfred Orth in der 2.a-Klasse der Volksschule Schirmitzbühel in Kapfenberg zu Gast: Um den Kindern zu zeigen, wie Hunde "ticken".

Spiel mit mir. "Was glaubt ihr, wie zeigt Bastian seine Angst", fragt Orth. Mit Hilfe von Zeichnungen vermittelt er den Kindern die Gefühlsausdrücke von Hunden: Vorderpfoten unten, Hintergestell in der Höhe, Schwanz ebenso: Das ist der Ausdruck von Freude und die Aufforderung "Spiel mit mir". Und wenn ein Hund auf ein Kind zukommt? "Nicht zappeln, Hände unten lassen und den Hund nicht anschauen", sagt Orth. Wieso die Hände unten? Orth zeigt den Kindern, warum. Bastian macht "Sitz" und Orth hebt die Hände hoch. Schon sind beide Vorderpfoten Bastians auf Orths Oberkörper: "Bastian glaubt, ich habe was für ihn in den Händen".

Schnuppern. Und wenn man einen Hund trifft und ihn streicheln möchte? Im Rollenspiel lernen die Kinder, wie es geht: Zuerst den Besitzer fragen, den Hund dann ein wenig an der Hand schnuppern lassen. Orth: "Aber wenn der Hundebesitzer nicht will, dass der Hund gestreichelt wird, dann muss man das akzeptieren. Alle Hunde sind nicht so gutmütig wie Bastian."

Eingespieltes Team. Orth und Bastian sind ein eingespieltes Team - und ausgebildet, um mit Kindern zu arbeiten. Eine Stunde schon ist Bastian in der Klasse. Dass es um ihn herum wuselt, bringt ihn nicht aus der Ruhe. Schon gar nicht, wenn Kinder ihn streicheln. "Aber ich beobachte ihn genau", sagt Orth. Denn Bastian zeigt ihm, wenn er gestresst ist. Etwa, wenn er sich mit der Zunge die Lefzen schleckt.

Vertrauen. Victoria darf nun etwas aus einer mitgebrachten Tasche nehmen: Gummibären. Eines wird an einen Faden gebunden und hochgehalten, Victoria muss es so essen. "Das ist nicht leicht ohne Hände", sagt Orth. Deshalb soll man Hunde beim Fressen nicht stören. Adonita ist bis jetzt weit weg gesessen, sie hat Angst vor Hunden. Nun hat Bastian ihr Vertrauen gewonnen und Adonita traut sich für das Spiel mit den Gummibären in seine Nähe.

Auf "Fell"-Fühlung. Danach kommt Bastians Körperbau dran. Wieviele Zähne? Wieviele Krallen? "Bekommen Hunde Wackelzähne?", fragt Adonita. Ja, denn auch Hunde haben einen Zahnwechsel. Zum Schluss beweist Bastian seine ganze Geduld und Adonita ihren ganzen Mut: Sie darf Haarklammern auf Bastians Fell verteilen und Manuel nimmt sie mit verbundenen Augen wieder ab, so kann er den Körper des Hundes ertasten. Klassenlehrerin Barbara Seidl ist erstaunt: "Dass sich ein Hund das gefallen lässt, ist selten." Seidls Resümee: "Wenn ein Kind, das Angst gehabt hat, sich nicht mehr fürchtet, dann hat diese Schulstunde Sinn gehabt."

Text: Michaela Auer, Fotos: Orth

Kurier online - 28. 10. 2006

Schwanzwedelnd beim Unterricht dabei: Kinder bauen Ängste ab

Hundeschule - So still ist es im Klassenzimmer sonst nicht. Aber, wenn Nina kommt, dann machen die Kinder große Augen, sitzen ruhig da, und vergessen ganz darauf, dass das Sitzen, Zuhören und Mitmachen schon länger als eine Unterrichtsstunde dauert.
Nina ist eine Hündin, aber eine besondere. "Eine vierbeinige ,Hilfslehrerin' sozusagen", sagt ihre Halterin Elisabeth Mannsberger, die auch Projektleiterin des "Rund um den Hund"-Schulprogramms von IEMT ist. Dieses Institut für interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung hat gemeinsam mit Pädagogen und Hundeexperten ein Programm entwickelt, um Kindern das richtige Verhalten gegenüber Hunden zu vermitteln. In den letzten vier Jahren besuchten 30 Schulhunde-Teams rund 3000 Klassen und Kindergartengruppen in Österreich.

Aufgeregt

Am Freitag war Mannsberger mit ihrer Hündin in der Favoritner Volksschule Klausenburger Straße. Ein bisschen aufgeregt sind die 24 Kinder vor dem ungewohnten Besuch. Vier Mädchen geben offen zu, Angst vor Hunden zu haben. Gut, dass Nina angeleint ist. Gut, dass es sich Nina in der Mitte des Sesselkreises gemütlich macht, während Mannsberger den Kindern über das Hundeleben erzählt.
Da erfahren die Zehnjährigen viel über die Körpersprache der Tiere, die ihnen anschaulich analog zur Mimik und Gestik der Menschen erklärt wird. Und die Schülerinnen und Schüler dürfen Gegenstände in die Hand nehmen, die der Hündin gehören - den Beißkorb, den Spielball oder auch die Lieblingsdecke von Nina. Das baut Berührungsängste ab, weiß Mannsberger. Und die sind vorhanden, vor allem bei vielen Stadtkindern, die mit Tieren wenig in Kontakt kommen: Und wenn, dann nur auf sehr engem Raum - etwa in der Straßenbahn -, oder in einer Konkurrenzsituation - etwa in einem Park ohne Hundezone.

Neugierig

Die Favoritner Kinder sind inzwischen neugierig und wissbegierig geworden. Sie fragen nach, erzählen von eigenen Erlebnissen mit Hunden. Jetzt ist es Zeit für den ersten Kontakt.
"Wer möchte die Nina streicheln?", fragt Mannsberger. Die Hände schnallen in die Höhe - "Ich, ich, ich!" Und sogar drei der vier Mädchen, die zu Beginn Angst hatten, lassen sich zuerst beschnuppern, wie sie es gerade gelernt haben, und streicheln schließlich die Hündin.
Mannsberger ist zufrieden, ihre Nina kriegt für die anstrengende Leistung ein Hunde-Keks, und jedes Kind erhält ein kleines Buch über die zehn Regeln im Umgang mit Hunden.

Originalbeitrage des Kurier vom 28. 10. 2006